Zum Hauptinhalt springen

Die Natur kehrt zurück

Die Umgebung des Granitlabyrinthes ist geprägt von zahlreichen Biotopstrukturen.

Gehölze:
Den grünen Rahmen der Labyrinth-Anlage bilden Baumhecken und Feldgehölze. Derzeit werden diese noch von älteren, z.T. bereits absterbenden Salweiden (Salix caprea) dominiert. Das Altholz der Weiden ist die bevorzugte Nahrung der auffallend großen Raupe des Weidenbohrers, eines Nachfalters. Sandbirken (Betula pendula) und  Zitterpappeln (Populus tremula) sowie einige Vogelbeeren (Sorbus aucuparia), Fichten (Picea abies) und Waldkiefern (Pinus sylvestris) gehören ebenfalls zu den ersten Bäumen im ehemaligen Gewerbegebiet. Die auf diese Baum-Pioniere folgende Gehölzgeneration im Unterwuchs besteht überwiegend aus Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und  Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior). Diese Baumarten werden allmählich die Salweiden und Birken ersetzen. Die Gehölze sind Lebensraum vieler Vogelarten und bieten Deckung für das Niederwild. 


Salweide


Zaunkönig

Magerrasen und Zwergstrauchheide:
Zwischen der früheren Bahnlinie, die jetzt Radweg ist, und dem Labyrinth befindet sich eine ehemalige Laderampe. Auf dieser hat sich inzwischen eine besondere Vegetation trockener bodensaurer Standorte unter lockerem Gehölzschirm entwickelt. Ermöglicht wurde dies durch regelmäßige Pflege (Kombination von Gehölzentnahme und Mahd), die der Naturpark Fichtelgebirge e. V. als Landschaftspflegeverband durchführt. Auch eine artenreiche Wegböschung neben dem Labyrinth wird gemäht, um den besonderen Standort offen zu halten. Weitere dieser Magerrasen sollen um das Labyrinth herum neu entstehen. Besen-Heide (Calluna vulgaris), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) und Flechtenarten besiedeln vor allem die sehr humusarmen trockenen Standorte. Daneben findet man halbschattige von Gräsern dominierte Flächen mit typischen Pflanzenarten wie die Blutwurz (Potentilla erecta). Außerdem gibt es ein größeres Vorkommen der Gewöhnlichen Goldrute (Solidago virgaurea). Auf den Einschnittsböschungen der  ehemaligen Bahnlinie am Radweg gedeiht zwischen den Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) der im Fichtelgebirge seltene Salbeigamander (Teucrium scorodonia).


Salbeigamander

Steine und Trockenmauern:
Neben den Totholz- und Steinhaufen unter den Gehölzhecken sind ohne Mörtel gesetzte Stützmauern aus Granitquadern ebenfalls wichtig für Tiere und Pflanzen. In den Mauerritzen siedeln sich z.B. Farnarten an. Dort können Kröten und Frösche überwintern. Reptilien wie die Bergeidechse kann man auch im Sommer auf offenen Steinen beim Sonnenbad beobachten.

Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge, 02. September 2009


Bergeidechse