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Granit vom Epprechtstein

Der geologische Rahmen
Die Landschaft des Fichtelgebirges wird geprägt durch Höhenzüge, deren Gipfel meist aus Granit bestehen. Tatsächlich ist dieses Gestein aber nur auf etwa 40% der Gesamtfläche dieses Mittelgebirges anstehend.

Lange vor unserer Zeit, nämlich bereits ab dem Kambrium (vor 570 Millionen Jahren), lagerten sich am Grunde eines Urmeeres Tone, Sande und Kalksteine in mächtigen Schichten ab. Bei der Kollision der Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika wurden diese zwischen den Kontinentalmassen liegenden Meeres-Sedimente zusammengeschoben und zu einem Hochgebirge aufgefaltet. Unter dem hohen Druck und den hohen Temperaturen während dieser sog. Variszischen Gebirgsauffaltung im  Oberkarbon wurden die Sedimente dabei zu Phylliten bzw. Glimmerschiefern, Quarziten und zu Marmor umgewandelt.

GeologischeKarteFichtelgebirge 
Geologische Karte des Fichtelgebirge  Quelle: ©Bayerisches Landesamt für Umwelt

Die Entstehung des Granits
Granit (von lat. granum = „Korn“) ist das häufigste und technisch bedeutsamste aller Tiefengesteine. Gesteine dieser Art entstehen, wenn heiße, zähflüssige Magmen aus  unteren Bereichen der Erdkruste als riesige Blasen nach oben aufdringen. Dies geschah hier während und gegen Ende der Variszischen Gebirgsbildung vor 325 – 285 Millionen  Jahren. Das Magma kühlte auf dem Weg zur Erdoberfläche langsam ab und erstarrte in mehreren Kilometern Tiefe. Durch die äußerst langsame Abkühlung der riesigen  Magmenmassen in der Tiefe konnten sich die großen, in der frischen Bruchfläche glitzernden Kristallkörner bilden.

Zu dieser Zeit war das Fichtelgebirge und die benachbarten heutigen Mittelgebirge zu einem den heutigen Alpen ähnlichen Hochgebirge aufgefaltet worden. Dass die Granite heute an der Erdoberfläche anstehen und abgebaut werden können, verdanken wir den ständig wirkenden Verwitterungsvorgängen, die im Laufe der Jahrmillionen das Deckgebirge „abhobelten“ und die Granite freilegten. Da die Granite weitaus verwitterungsbeständiger als die umgebenden Gesteine sind, bilden sie die meisten Gipfel unseres Mittelgebirges, das „granitene Hufeisen“.

Granitstruktur

Granitstruktur

Etwas mehr als Feldspat, Quarz und Glimmer
Der Granit vom Epprechtstein ist ein mittelkörniger Zweiglimmer-Granit.
Die Hauptminerale sind:

Quarz (Qu):
(ca. 25-30 %) als graue, trüb transparente Körner

Feldspäte (Fdsp):
(ca. 50-60%), davon hauptsächlich gelblicher Orthoklas und weißer Plagioklas

Glimmer:
als schwarzer Biotit (B) und silbrig glänzender Muscovit (M) in schuppigen Kristallen mit zusammen ca. 10% Anteil

Vergrößerte Ansicht 

Vergrößerte Ansicht

Ansicht unter dem Polarisationsmikroskop

Ansicht unter dem Polarisationsmikroskop

Der Epprechtstein erlangte unter Mineralogen auch international große Berühmtheit durch die früher reichen Funde von seltenen Pegmatit-Mineralen wie Rauchquarz, Turmalin, Topas, Fluorit, Euklas und vielen anderen. Mit dem Rückgang der Abbautätigkeit erloschen die Fundstellen. Heute kann man in allen großen mineralogischen  Sammlungen Europas herrliche Mineralstufen vom Epprechtstein bewundern. Auch das Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel beherbergt viele dieser mineralogischen Kostbarkeiten.