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Zahlreiche Kirchenlamitzer entwickeln Ideen für den Ortskern

Zahlreiche Kirchenlamitzer entwickeln Ideen für den Ortskern

Am 19.10.2022 konnten interessierte Bürger bei der Bürgerwerkstatt „Die Mitte gehört uns“ im Löheheim ihre Ideen und Vorstellungen zum Ortskern in Kirchenlamitz einbringen. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zur Bürgerbeteiligung im Rahmen von „Vorbereitenden Untersuchungen“ für ein neues Sanierungsgebiet mit Förderanreizen im Stadtzentrum.

Von einem „erhaltenswerten Schatz“ schwärmte Stadtplaner Ulrich Wieler vom Büro UmbauStadt aus Weimar, als er vergangene Woche im Löheheim den knapp 40 interessierten Bürgern von der mittelalterlich geprägten und einheitlichen Baustruktur im Ortskern von Kirchenlamitz berichtet. Doch die laufende Analyse des Stadtplaners sollte den anwesenden Einwohnern und Interessierten auch aufzeigen, dass nicht nur an der Erhaltung des Ortskerns gearbeitet werden muss. Der Auftrag des Stadtplanungsbüros UmbauStadt ist es, im Rahmen der „Vorbereitenden Untersuchungen“ alle Aspekte zu erfassen, die Kirchenlamitz in ihrem Kern lebendig, lebenswert und im Stadtbild ansprechend machen. Umso wichtiger ist in diesem Prozess die Mitwirkung der Bürger, wie Erster Bürgermeister Jens Büttner bereits zur Begrüßung herausstellte. Es gehe darum, die Bürgerwerkstatt als Austauschplattform zu nutzen, um Anregungen, Vorschläge und Kritik einzubringen.

Nach einem abwechslungsreichen Vortrag von Ulrich Wieler und Joshua Lorenz von UmbauStadt über die bereits gesammelten Erkenntnisse für den Ortskern in Kirchenlamitz, entstand ein reger Dialog zwischen den Bürgern, den Verantwortlichen der Stadt und dem Planungsteam. In den Diskussionen wurde vor allem klar, dass die Stadt mit ihrem historisch gewachsenen Ortskern und den im Stadtgrundriss verwobenen Grün- und Freiräumen ein großes Potenzial besitzt. Letztlich ist es an der Ausgestaltung und Pflege dieser Räume, um den Ortskern wieder als repräsentatives Zentrum der Stadt wahrzunehmen. Hierfür wurden verschiedenste Ideen und Maßnahmenvorschläge, aber auch Kritik und Tadel vorgetragen. Die Kirchenlamitzer wünschen sich zudem eine verbesserte, vielfältig nutzbare Stadtmöblierung und Nutzbarmachung der öffentlichen Freiräume. Fleißig wurde auch an Vorschlägen zur Mobilität sowohl im Ort, als auch im regionalen Kontext gearbeitet. Hierbei kam öfter der Wunsch nach gesicherten Radwegeverbindungen zum Bahnhof sowie zu Versorgungsinfrastrukturen auf. Aber nicht nur für städtebaulichen Maßnahmen, sondern auch zur Handhabung und Entwicklung privater Immobilien sowie des Angebots am Wohnungsmarkt wurde gemeinsam nach Lösungen gesucht. Hierbei stellte sich heraus, dass die Bereitstellung von bedarfsgerechtem Wohnraum in Kirchenlamitz auf Interesse stößt – auch generationenübergreifendes Wohnen wurde als Idee befürwortet. Gleichzeitig gehen Herausforderungen im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz sowie Leerständen einher. Die rundum gelungene Veranstaltung diente dem Stadtplanungsbüro dazu, ein gesamtheitliches Stimmungsbild zu erfassen und wichtige Eindrücke aus der Bürgerschaft für die Entwicklungsplanung zu gewinnen.

Sowohl Stadtplaner Ulrich Wieler als auch Bürgermeister Jens Büttner bedankten sich abschließend für das starke Interesse der Bevölkerung an der Entwicklung ihrer Heimatstadt und versicherten, dass die Ideen und Vorschläge Einzug in die Planungen erhalten sollen. Im Frühjahr 2023 wird es eine weitere Bürgerveranstaltung geben, da das Engagement der Kirchenlamitzer maßgeblich zu einer gemeinsam gestaltbaren Zukunft der Stadt Kirchenlamitz beitragen soll.

sanierungsgebiet ortskern kirchenlamitz bild02

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